Für die Ureinwohner  der besetzten Länder, insbesondere der Germanen, war die römische Herrschaft gar fürchterlich: Wasserleitungen, Straßen, medizinische Versorgung, Wein, Baukunst, Schrift und meine Wenigkeit bereiteten dem süßen Barbarentum ein Ende.
Mir gefiel das Klima in den Besatzungsgebieten und ich siedelte mich dort an, auch nachdem die Römer wieder abgezogen waren. Die folgenden Jahrhunderte versuchte ich, mich in der Ruhe und Abgeschiedenheit der Klöster von den Unruhen meines weltlichen Daseins zu erholen. Die Mönche und Nonnen verstanden es, mich zu einem höheren Bewußtsein zu führen und darüber hinaus ungezählte Brüder und Schwestern von mir zu kultivieren.
Gestärkt kehrte ich nach einigen wenigen Jahrhunderten zurück in ein weltliches Leben und genieße die Freiheit seither in vollen Zügen. Im Verlauf meiner Geschichte habe ich allerhand erlebt und könnte Ihnen noch viel mehr unglaubliche Geschichten erzählen. Ich war nicht nur zu Tisch mit gekrönten Häuptern und Bettlern, sondern auch als Symbol der Macht, der Liebe und der Schönheit immer gegenwärtig. Eigentlich ist es erstaunlich, dass ich trotz meiner zahllosen Abenteuer und wunderbaren Eigenschaften ein doch so bescheidener und liebenswerter Zeitgenosse geblieben bin.

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